Projekt

Von den 302 Grenz­türmen rund um West-Berlin stehen an ihrem Original­standort heute noch vier. Einer davon wird seit Juni 1990 von der Waldjugend genutzt.

Der Turm an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze zwischen Berlin-Frohnau und dem Hohen Neuendorfer Orts­teil Bergfelde steht seitdem für Kinder und Jugend­liche offen, die praktischen Natur­schutz betreiben möchten.

Der Naturschutzturm

Klassenzimmer im Grünen: Das Freigelände um den Naturschutzturm der Deutschen Waldjugend Der ehemalige DDR-Grenz­turm steht seit Ende 2009 unter Denkmalschutz. Er hat eine Höhe von 8,50 Metern und bietet in jeder Ebene eine Fläche von etwa 16 Quadrat­metern. Im Keller befindet sich ein Lager­raum und der Kessel für die Wasser­versorgung; das Brunnen­wasser wird aus 16 Metern Tiefe hochgepumpt. Das Erd­geschoss besteht aus vier Kleinst­räumen, unter anderem einer Mini­küche, einem Heizungs­raum mit dem Ofen für die Warmluft­heizung und einer Kompost-Toilette. Das Abwasser wird über eine Schilf­klär­anlage ge­reinigt. Im ersten Stock stehen ein Etagen­bett und vor allem Regale, in denen alles unter­gebracht ist, was für die Naturschutz­arbeit benötigt wird. Das Ober­geschoss dient als Gruppen­raum und Treff­punkt. Auf dem Dach befinden sich Solar­zellen für eine Demonstrations­anlage. - Im Vorläufer des Turmes, einem stabilen Unter­stand, sind Werk­statt und Lager­räume unter­gebracht. Der neu errichtete Allwetter­pavillon auf dem Frei­gelände bietet Platz für etwa 40 bis 50 Besucher.

Das Freigelände

Auf dem etwa 4.000 Quadrat­meter großen Gelände um den Naturschutz­turm wird ökologisch gewirtschaftet und gegärtnert. Die Frei­fläche ist ein "Klassen­zimmer im Grünen", das natürlich auch in den Ferien genutzt wird. Hier sind verschiedene Anschauungs­biotope zu erleben: Biotop mit Duft- und Würz­pflanzen, Korb­blütler in ihrer Vielfalt, Totholz­haufen, Sumpf­pflanzen­beet, kleiner Teich, mehrere Möglichkeiten zur Kompostierung, Regen­wurm­kiste, Unkrautzoo, Hügel­beet, Streu­obst­wiese und ein Weihnachtsbaum­wäldchen.

Die Anschauungs­biotope auf dem Frei­gelände des Turms sind beispiel­haft für die märkische Land­schaft und sie bieten eine Viel­falt von Möglichkeiten, Biologie und Natur zum Anfassen zu erleben.

Die Umgebung

Der ehemalige Kolonnenweg im Todesstreifen (SCI Workcamp 2006) In Absprache mit der Forst­verwaltung aus Berlin und Brandenburg betreut die Waldjugend auch die nähere Umgebung um das Gelände. Im Wald findet man eine 500 Jahre alte Eiche. Im Grenz­streifen wurden inzwischen über 80.000 Bäume gepflanzt. Im Wald werden einfache Pflege­arbeiten durchgeführt, Schutz­absperrungen gebaut oder repariert, die Wachholder­heide betreut, das Treue­fließ und das Bergfelder Hertha­moor umsorgt.

Der Berliner Mauerweg führt direkt am Naturschutz­turm vorbei. Zum Radfahren und Wandern, aber auch für Ausflüge ist die nähere Umgebung sehr gut geeignet.

© Fotos: DWJ, Tullio Padovese - mit freundlicher Genehmigung

© 1990 - 2012 by Deutsche Waldjugend - Naturschutzturm Berliner Nordrand e.V. [ http://naturschutzturm.de ]